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01.12.2016: Botulismus bei Säuglingen

Er gilt als gesunde Alternative zum weißen Haushaltszucker – Honig. Doch für Babys ist das natürliche Süßungsmittel ungeeignet. Verunreinigungen mit dem Bakterium Clostridium botulinum verursachen bei Säuglingen einen lebensgefährlichen Botulismus. Wie Honig Säuglingen schaden kann Honig lässt den Blutzuckerspiegel weniger stark ansteigen. Er verfügt über die heilsame Wirkung seiner Ursprungspflanzen und gleicht einem reichhaltigen Cocktail aus Mineralstoffen und Vitaminen. Doch das beliebte Bienenprodukt hat einen Nachteil: Es ist nicht auszuschließen, dass Honig bakterielle Verunreinigungen enthält. Am gefährlichsten wirkt das Bakterium Clostridium botulinum. Sein Gift löst einen Botulismus mit schweren Muskelkrämpfe aus, der meist zum Tod durch Ersticken und Herzstillstand führen. Botulismus bei Babys erkennen „Infizierte Säuglinge zeigen Muskelschwäche, sie können den Kopf kaum halten und haben Schwierigkeiten beim Atmen, was sich durch Röcheln oder Schnarchgeräusche äußern kann“, beschreibt Dr. Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) die für Botulismus charakteristischen  Vergiftungserscheinungen. Eltern fällt auf, dass ihre Babys nur mit größten Schwierigkeiten trinken, kaum Ausscheidungen haben und vermehrt Speichel absondern. „Betroffene Kinder müssen rasch intensiv-medizinisch behandelt werden“, betont die Kinderärztin Dr. Niehaus. Für ältere Kinder ist Honig unbedenklich Säuglinge haben eine schwach ausgeprägte Darmflora und kaum Magensäure. Unter diesen idealen Bedingungen keimen die Bakterien aus und produzieren ihr tödliches Gift. Im Körper von Erwachsenen und älteren Kinder gedeihen die tückischen Bakterien dagegen nicht. Diese Altersgruppe infiziert sich nur über Lebensmittel, in denen sich der Erreger bereits massenhaft vermehrt und Gift abgesondert hat. Dies geschieht unter unhygienischen Bedingungen in Fleischkonserven, selbst-Eingemachtem und Räucherfisch. Quellen: Kinder- und Jugendärzte im Netz, SurvStat@RKI, Monatsschrift Kinderheilkunde

30.11.2016: BzgA-Informationen zu Antibiotika

Die Anzahl der Bakterien, die gegen Antibiotika widerstandsfähig sind, nimmt weltweit zu. Der richtige Umgang mit diesen Medikamenten kann jedoch einen Engpass an wirksamen Antibiotika verhindern. Wie Patienten Antibiotika richtig anwenden, verrät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). „Antibiotika sind eine tragende Säule unserer Gesundheitsversorgung“, betont Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. „Wie lange sie noch wirken, hängt maßgeblich davon ab, wie wir sie anwenden. Doch ein Großteil der Antibiotika weltweit wird falsch eingesetzt.“ Dies geschieht oft aus Unwissenheit der Patienten, da diese nicht hinreichend über den richtigen Gebrauch von Antibiotika aufgeklärt sind. Merkblatt zu Antibiotika-Resistenzen Die BZgA hat deshalb ein Merkblatt zu Antibiotika-Resistenzen herausgegeben, das Patienten über die Medikamentengruppe informiert: Was sind Antibiotika überhaupt? Gegen welche Krankheitserreger wirken sie? Und wie kommt es zur Antibiotika-Resistenz? Außerdem geben Experten Hinweise zum Gebrauch und zur Einnahme der Arzneimittel. „Antibiotika sind leistungsfähige Arzneimittel und sollten immer in enger Absprache mit dem verschreibenden Arzt, der Ärztin oder dem Apotheker eingenommen werden“, erläutert Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA. „Wichtig ist auch, die vorgesehene Dauer der Behandlung auch bei Besserung der Symptomatik einzuhalten.“ Denn oft tritt eine Besserung ein, bevor alle Bakterien abgetötet wurden. Ein frühzeitiges Absetzen des Medikaments könnte zu einer erneuten Vermehrung des Krankheitserregers führen. Die Aufklärungsaktion soll Patienten zu einem verantwortungsvollen Gebrauch von Antibiotika befähigen. Damit in Zukunft genügend Medikamente im Kampf gegen bakterielle Krankheitserreger zur Verfügung stehen. Merkblatt zu Antibiotika-Resistenzen zum Download Merkblatt zu Antibiotika-Resistenzen zum Bestellen

29.11.2016: Die Spritze gegen Neurodermitis

Patienten mit Neurodermitis dürfen sich freuen. Forscher haben einen neuen Wirkstoff gegen die Hautkrankheit entwickelt. Das mit der Spritze verabreichte Medikament soll besonders effektiv und nebenwirkungsarm sein. Starker Juckreiz und rotbraune Hautausschläge mit Schuppen und Knötchen – das sind die typischen Anzeichen einer Neurodermitis. In schweren Fällen setzen die Ärzte bisher Kortison und Immunsuppressiva ein. Diese starken Medikamente lindern nicht nur die Hautentzündung. Sie schwächen auch die Immunabwehr gegen Bakterien und Viren. Neurodermitis nebenwirkungsarm bekämpfen Eine andere Strategie verfolgen die Hautärzte um Prof. Andreas Wollenberg am Klinikum der Universität München. Sie haben einen Wirkstoff entwickelt, der wie maßgeschneidert zum Krankheitsgeschehen bei Neurodermitis passt: Bei den Betroffenen ist der so genannte TH-2-Arm des Immunsystems überaktiv. Genau diesen TH-2-Arm hemmen die Wissenschaftler mit ihrem Wirkstoff Dupilumab. Die übrigen Bestandteile des Immunsystems bleiben unbehelligt. Dadurch kommt es unter Dupilumab seltener zu Infektionen als bei Kortison und Immunsuppresiva. Spritze zeigt sich in Studie erfolgreich Die Münchner Hautspezialisten haben den Wirkstoff bereits in einer Studie erprobt. Von 1400 Frauen und Männern mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis erhielten zwei Drittel vier Wochen lang eine Spritze mit Dupilumab in den Bauch. Die übrigen Studienteilnehmer bekamen ein Placebo verabreicht. Nach etwa fünf Wochen verschwanden bei der Dupilumab-Gruppe die Hautausschläge. Jede dritte Versuchsperson befreit die Dupilumab-Spritze dauerhaft vom Juckreiz. Weitere Studien erforderlich „Wir werden höchstwahrscheinlich eine neue Alternative für die Behandlung unserer Patienten bekommen“, prophezeit Prof. Wollenberg. Doch bevor Dupilumab den Neurodermitis-Patienten zur Verfügung steht, muss es noch weitere Studien durchlaufen. Quelle: Lungenärzte im Netz, Klinikum der Universität München

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