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29.01.2015: Erste Hilfe bei Erfrierungen

Erfrierungen können jeden treffen, der sich unzureichend vor Kälte schützt. Vor allem Senioren und Diabetiker sind gefährdet. Was bei einer Erfrierung zu tun ist, lesen Sie hier. Mehrere Schweregrade Bei einer Erfrierung kommt es durch Kälteeinwirkung zur Gewebeschädigung eines Körperteils. Sie entstehen nicht nur bei Minusgraden. Auch Wind und Wasser können Körperstellen auskühlen. Meistens trifft es die Hände, Füße und die Nase, denn diese Körperteile sind kaum von Muskelmasse und Fettgewebe geschützt. Nicht mit der Erfrierung zu verwechseln ist die Unterkühlung, die den gesamten Körper betrifft. Bei einer Unterkühlung sinkt die Körperkerntemperatur auf unter 35  Grad Celsius ab. Mediziner unterscheiden mehrere Schweregrade der Erfrierung. Im ersten und zweiten Grad sind die Erfrierungen nur oberflächlich. Sie heilen ohne Narben vollständig ab. Bei einer Erfrierung ersten Grades ist die Haut weiß und gefühllos. Es können stechende Schmerzen auftreten. Bei einer Erfrierung zweiten Grades bilden sich an der betroffenen Stelle Blasen und es lagert sich Wasser ein.  Erfrierungen dritten Grades hinterlassen dagegen meist bleibende Schäden. An den erfrorenen Stellen bilden sich blutige Blasen und nach ein bis zwei Wochen schwarze Nekrosen. Dort stirbt das erfrorene Gewebe ab. Erforderliche Maßnahmen Je nach Schwere der Erfrierung ist ein unterschiedliches Verhalten anzuraten. Grundsätzlich gilt: Versuchen Sie nicht, die betroffenen Körperteile durch Feuer oder Heizungswärme zu erwärmen. Erfrorenen Körperteilen fehlt das Schmerzempfinden. Bei zu nahem Kontakt mit Feuer oder Heizungselementen drohen unbemerkt schwere Verbrennungen. Folgendes ist zu empfehlen, wenn Sie einem Betroffenen mit Erfrierungen helfen wollen: Erfrierungen 1. Grades:
  • Nicht an einem kalten Ort mit dem Aufwärmen beginnen, sondern erst im Warmen.
  • Decken Sie den Betroffenen mit Decken oder anderen wärmenden Materialien zu.
  • Zu enge Kleidung lockern, nasse Kleidung ausziehen.
  • Erfrorene Stellen mit trockenen Händen oder warmem Wasser aufwärmen.
  • Versuchen Sie, den Betroffenen dazu zu bringen, sich zu bewegen.
  • Erfrorene Füße hochlagern und zudecken.
  • Etwas Heißes, Nicht-Alkoholisches zu trinken geben.
Erfrierungen 2. Grades:
  • Wärmen Sie den Betroffenen schnell auf. Beachten Sie hierzu die Anleitung bei Erfrierungen 1. Grades.
  • Stechen Sie geschlossene Blasen nicht auf. Sie können geschlossen besser heilen.
  • Haben sich Blasen geöffnet, tragen Sie diese vorsichtig ab und desinfizieren Sie die betroffene Stelle, um eine Infektion zu verhindern.
  • Legen Sie einen sterilen Verband an.
Erfrierungen 3. Grades:
  • Rufen Sie sofort einen Notarzt oder fahren Sie den Betroffenen in eine Klinik.

28.01.2015: Sichere Arzneimitteltherapie

Patienten, die fünf oder mehr Arzneimittel gleichzeitig einnehmen, sollen zukünftig einen gesetzlichen Anspruch auf einen Medikationsplan erhalten. Dabei handelt es sich um eine Aufstellung aller individuell benötigten Arzneimittel mit den relevanten Einnahmehinweisen und Wechselwirkungen. Die komplette Aufstellung wird auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert. Der Anspruch auf einen Medikationsplan ist in einem Referentenentwurf zum E-Health-Gesetz vorgesehen, der vor wenigen Tagen öffentlich bekannt wurde. Ziel ist es, den Nutzwert der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zu erhöhen. Alle Arzneimittel auf einem Blick Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) begrüßt die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums, Patienten einen gesetzlichen Anspruch auf einen bundeseinheitlichen Medikationsplan einzuräumen, wenn sie fünf oder mehr Medikamente einnehmen. Auf dem Medikationsplan sind alle sowohl von Ärzten verordneten als auch aus der Selbstmedikation stammenden Arzneimittel vermerkt, inklusive Einnahmehinweisen und drohenden Wechselwirkungen. Der Patient erhält seinen Medikationsplan in Schriftform. Er kann dort seine aktuellen Arzneimittel samt Einnahmevorschriften nachlesen und nimmt den Medikationsplan zum Arztbesuch und zum Besuch in der Apotheke zwecks Aktualisierung mit. Der Medikationsplan soll die Sicherheit der Arzneimitteltherapie erhöhen. Ärzte und Apotheker können sich am Medikationsplan orientieren, bevor sie ein neues Arzneimittel an den Patienten hinausgeben oder die bestehende Medikation optimieren. Zudem dient der Medikationsplan als Beratungsgrundlage für Patientengespräche.  Modellprojekte gestartet „Ein konsequent geführter Medikationsplan ist eine entscheidende Voraussetzung für ein systematisches Medikationsmanagement, bei dem gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten verhindert werden können“, betont Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA. „Insofern begrüßen wir grundsätzlich den Vorstoß zu einem E-Health-Gesetz und die damit verbundene Absicht, die Vernetzung zwischen den Akteuren im Gesundheitswesen voranzutreiben. Es ist gut, dass die Apothekerschaft in die Erarbeitung des einheitlichen Medikationsplans klar eingebunden wird. Allerdings wird es jetzt sehr darauf ankommen, die relativ abstrakten Formulierungen im Gesetzentwurf in eine für Patienten und Heilberufe praktikable Umsetzung zu bringen.“ Die Einführung des Medikationsplans erproben derzeit die drei Modellregionen Thüringen, Sachsen und Nordbayern. Darüber hinaus gibt es ein vom Land Rheinland-Pfalz gefördertes Projekt. Die Projekte starten zwischen November 2014 und Januar 2015 und haben eine Laufzeit von zwei Jahren.

27.01.2015: Neue Krankheit entdeckt

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Ulms haben eine neue Ursache für extremes Übergewicht entdeckt. Sie untersuchten ein 40-Kilogramm-schweres Dreijähriges. Dabei stellten sie fest, dass das Kind nur die inaktive Form des Sättigungshormons Leptin produziert. Den Forschern ist es gelungen, ihren jungen Patienten durch biotechnologisch hergestelltes Leptin zu therapieren. Inzwischen suchen sie nach ähnlichen Krankheitsbildern. Leptin – ein Botenstoff für das Sättigungsgefühl Der Botenstoff Leptin entsteht im Fettgewebe, wenn die Fettmasse und die Fettzellgröße hoch sind. Im Gehirn vermittelt er das Sättigungsgefühl. Leeren sich die Fettspeicher, sinkt der Leptin-Pegel und das Gehirn stellt sich wieder auf Nahrungsaufnahme ein. Dass Leptinmangel zu Übergewicht führt, ist bereits seit längerer Zeit bekannt. Erhöhte Leptinspiegel trotz Übergewicht Im Fall des 40-Kilogramm schweren Kleinkindes, das besorgte Eltern in das Universitätsklinikum Ulm brachten, diagnostizierten die Forscher statt eines Leptin-Mangels erhöhte Leptinwerte. „Diese Konstellation hat mich an andere Krankheitsbilder aus der Kinderendokrinologie erinnert, bei denen Eiweißhormone vom Körper hergestellt werden und auch im Blut messbar sind, jedoch keine Wirkung entfalten“, berichtet Prof. Dr. Martin Wabitsch, Sektionsleiter der Pädiatrischen Endokrinologie am Universitätsklinikum Ulm. Inaktives Leptin als Krankheitsursache Zusammen mit dem Institut für Pharmakologie und Toxikologie führte Prof. Dr. Wabitsch verschiedene Experimente und Tests durch. Am Ende bestätigte sich sein Verdacht: Das übergewichtige Dreijährige produziert eine inaktive Form des Leptins. Dadurch bleibt das Sättigungsgefühl im Gehirn aus. „Das defekte Hormon kann keine Reduktion der Nahrungsaufnahme erzielen, während das normale, gesunde Hormon zu einer raschen Gewichtsabnahme führt“, erläutert Frau Dr. Pamela Fischer-Posovsky, Leiterin der experimentellen Arbeitsgruppe. Therapiemöglichkeiten und Ausblick in die Zukunft Mit Zustimmung der Ethikkommission des Universitätsklinikums verabreichten die Forscher dem Kind Metreleptin, eine gentechnisch gewonnene, aktive Leptin-Variante. Schon nach wenigen Tagen verschwand der unstillbare Appetit des kleinen Patienten. Während der nächsten Wochen nahm sein Gewicht deutlich ab. Damit haben die Forscher des Universitätsklinikums eindeutig den Zusammenhang zwischen inaktivem Leptin und extremen Übergewicht bewiesen. Patienten mit der gleichen Krankheit haben sich schon gefunden. Doch das Forscherteam möchte noch weitergehen „Der Befund hier lässt uns wach werden und nach anderen Krankheitsbildern in vergleichbaren Bereichen suchen“, sagt Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums.  

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